Inertgase-Gaslöschanlagen
Rückstandsfreie und umweltfreundliche Brandbekämpfung mit natürlichen Gasen.
Inertgase-Gaslöschanlagen – Natürlicher Brandschutz mit ungiftigen Gasen
Definition / Grundprinzip
Inertgas-Löschanlagen nutzen natürliche, ungiftige Gase (z. B. Stickstoff N₂, Argon Ar oder Mischungen wie Inergen®).
Das Löschprinzip beruht auf Sauerstoffverdrängung: Der Sauerstoffgehalt im Raum wird soweit abgesenkt, dass eine Verbrennung nicht mehr möglich ist – Menschen können aber in der Regel noch kurzzeitig atmen.
Kontrollierte Freisetzung für maximale Sicherheit.
Funktionsweise
- Inertgase werden in Hochdruckflaschen (200–300 bar) gespeichert.
- Bei Auslösung wird das Gas kontrolliert über Rohrleitungen und Düsen in den Schutzbereich eingeleitet.
- Der Sauerstoffgehalt sinkt von ca. 21 % auf ca. 12–15 % → Flammen erlöschen.
- Die Einleitung erfolgt gleichmäßig, um Druckschäden im Raum zu vermeiden (Druckentlastungsklappen notwendig).
- Aktivierung automatisch über Brandmeldeanlage (Doppelmelderabhängigkeit) oder manuell.
Perfekter Schutz für sensible und hochwertige Umgebungen.
Einsatzbereiche
- Rechenzentren, Serverräume, IT-Bereiche
- Museen, Archive, Bibliotheken
- Elektrische Schalt- und Steueranlagen
- Medizinische und pharmazeutische Einrichtungen
- Bereiche, wo rückstandsfreie Brandbekämpfung gefordert ist
Vor- und Nachteile
- Vorteile
- Rückstandsfreie Brandbekämpfung (keine Schäden an Technik oder Dokumenten)
- Verwendung natürlicher Gase → keine Umweltschädigung (kein Ozonabbau, kein Treibhauseffekt)
- Kurzzeitiger Aufenthalt für Personen möglich (bei Sauerstoff ~13–15 %)
- Nachteile
- Große Flächen benötigen sehr viele Gasflaschen (hoher Platzbedarf)
- Teure Installation und Wartung
Normen / Vorschriften
- DIN EN 15004 (Gaslöschanlagen – Planung, Installation und Wartung)
- ISO 14520 (Gaslöschanlagen allgemein, inkl. Inertgase)
- VdS 2380 (Planung und Einbau von Inertgas-Anlagen)
- Nationale Arbeitsschutzvorschriften (Sauerstoffgrenzwerte, Evakuierung)